Co2-Grenzwerte

CO2-Grenzwerte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge nehmen Gestalt an

Qualmender Auspuff eines Autos; Foto: © Carsten Stolze - Fotolia.com
 

Es war ein Musterbeispiel des Industrielobbyismus, als Kanzlerin Merkel am 26. Juni 2013 persönlich zum Telefonhörer griff und dafür sorgte, dass die für zwei Tage später anberaumte Abstimmung über CO2 -Grenzwerte für Pkw auf EU-Ebene verschoben wurde. Damit sollten ambitionierte und zukunftsweisende Grenzwerte für 2020 und 2025 zum "Wohle" der deutschen Premiumhersteller verhindert werden. Und dass, obwohl es sich beim Kommissionsvorschlag bereits um einen Kompromiss handelte, der auch die Belange der deutschen Automobilindustrie mehr als ausreichend berücksichtigte.

Umso erfreulicher, dass die EU-Kommission mit ihrem Grenzwert von 95 g/km CO2 bei Pkw und 147 g/km bei leichten Nutzfahrzeugen ihrer eingeschlagenen Linie treu geblieben ist. Bei den leichten Nutzfahrzeugen muss der Durchschnitt aller in der EU verkauften Neufahrzeuge den Grenzwert 2020 einhalten, bei den Pkw erst 2021. Zusätzlich sieht die Anfang 2014 zum Abschluss gekommene Verordnung eine Mehrfachanrechnung für Fahrzeuge vor, die weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. In der Praxis sind dies Elektrofahrzeuge und extern aufladbare Hybridfahrzeuge, sogenannte Plug-in-Hybride. Diese Regelung nennt man "Supercredits".

Dies führt dazu, dass weiterhin große und schwere Fahrzeuge verkauft werden können, wenn der jeweilige Hersteller gleichzeitig genug "Supercredits" erlangt. Diese Regelung ist jedoch auf die Jahre 2020 bis 2023 begrenzt. Um die EU-Klimaschutzziele für 2030 und 2050 wirklich einzuhalten, wäre ein Grenzwert von 80 Gramm CO2 pro Kilometer im Jahr 2020 notwendig, der alleine mit fahrzeugtechnischen Mitteln (also z.B. ohne den Einsatz von Agrotreibstoffen) erreicht werden müsste. Das entspräche einem Verbrauch von 3,4 Litern Benzin oder 3,1 Litern Diesel. 2012 lag der Wert bei Neuwagen in Deutschland bei rund 140 Gramm CO2 pro Kilometer bzw. rund 5,5 Litern Verbrauch. In Gesamteuropa wurde dagegen bereits 2012 der Grenzwert für 2015 von 130 Gramm eingehalten.

Positiv zu bewerten ist die grundsätzliche Einsicht, dass neue Verfahren zur Ermittlung des realen Verbrauchs und der CO2-Emissionen der Fahrzeuge nötig sind. Ein reformierter Fahrzyklus muss schnellstmöglich und nicht erst 2017 eingeführt werden. Gleichzeitig müssen legale und illegale Tricks bei der Ermittlung der Verbrauchswerte ausgemerzt und die Werte in jedem Fall im Realbetrieb gemessen werden. Simulationen dürfen bei der Berechnung nicht zum Einsatz kommen.

Auch einen Langfristwert für das Jahr 2025 begrüßt der BUND ausdrücklich – 60 Gramm erscheinen hier zielführend.

 

Quelle: http://www.bund.net/themen_und_projekte/mobilitaet/autoverkehr/co2_ausstoss/co2_grenzwerte/ 28.1.14 23.35h

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