Ernsthaft - faithbook

Heute möchte ich mit euch etwas teilen, dass mein Gebet in der letzten Woche sehr verändert hat. Lass dich nicht davon abschrecken, dass es vielleicht mehr zu lesen ist als sonst. Für mich war es unfassbar wertvoll, das Folgende zu erfahren und ich glaube, dass es das auch für dich sein kann. Zur Grundlage meines Zeugnis dient Lukas 5, 12-16. Ich fasse kurz zusammen: Ein Aussätziger wirft sich vor Jesus, mit dem Gesicht zur Erde, auf den Boden. „Herr, wenn du willst, kannst du mich gesund machen!“ Jesus berührt ihn und sagt: „Ich will, sei gesund.“ Der Mann wird geheilt und Jesus sagt ihm, dass er die Reinigungsvorschriften von Mose durchführen soll, das ganze Prozedere, damit alles „regelkonform“ (aus Sicht der Priester) abläuft.

Letztes Wochenende wurde auch ich krank, so dass an Arbeiten nicht zu denken war. Ich hatte das die Woche davor schon etwas mit mir rumgeschleppt, Grippe geht ja irgendwie auch gerade rum. Am Anfang dachte ich, es sei schon nicht so schlimm – wirklich gebetet dafür hatte ich nicht (hier läuft's schon falsch. Immer beten!). Es wurde dann am Wochenende schlimmer, Montag und Dienstag gingen vorbei und ich blieb im Bett. Ich betete für Heilung, nichts passierte. Mittwoch zum Arzt – die ganze Woche krankgeschrieben und die kommende auch noch. Wenn es bis zum Wochenende nicht besser ist – Antibiotika nehmen. Toll... Anfang der Woche dachte ich mir noch: „Ahja, komm bleibst halt paar Tage Zuhause, ist auch nicht schlimm. Kann sogar mal ganz entspannt sein.“ Aber ich bin im Praktikum, meine Zeit dort ist begrenzt und eigentlich will ich so viel wie möglich „mitnehmen“, denn Gott hat mir diese lehrreiche Zeit geschenkt. „Zwei, drei Tage pausieren und ausruhen, geht klar“, dachte ich – aber zwei Wochen? Ne. Also fragte ich Gott, was das zu bedeuten hat, was das soll. Und die Antwort kam prompt – Lukas 5, 12-16.

Was sehen wir denn dort? Da ist jemand, der wirft sich ganz vor Jesus hin. Alles in und an ihm schreit nach Heilung. Keine halben Sachen. „Wenn du willst, kannst du mich gesund machen.“, sagt er. Natürlich will Jesus! Für die Kranken, Schwachen, Verlorenen und Gefangenen ist er schließlich auf die Welt gekommen – für dich und mich. Vielleicht hat er bei diesem Satz des Aussätzigen sogar geschmunzelt. „Ich will!“ ist seine Antwort. Und ich sag dir: Jesus will auch dich gesund machen! Er will dich wieder aufrichten! Er will in deine Situation hinein sprechen! Er will dir den Weg zeigen! Er will deinem Freund/deiner Freundin begegnen! Er will auch in deinem Leben wirken!

Es liegt nicht daran, dass Gott dich nicht hört oder antwortet und es liegt nicht daran, dass er nicht will. Die Frage, die er mir gestellt hat, war: „Willst du?“ - „Hä? Natürlich will ich. Ich hab dich doch drum gebeten.“ Die Wahrheit ist aber, am Anfang der Woche fand ich es ja noch nicht schlecht daheim zu sein. Ja, gesund werden wollte ich natürlich, krank sein ist ätzend. Deshalb hab ich ja auch gebetet. Aber ein Teil von mir wollte nicht wirklich gesund sein. Zuhause war es gemütlich. Verstehst du? Das mag vielleicht etwas komisch klingen, aber ich glaube, dass wir im Gebet oft um Dinge bitten, hinter denen wir nicht voll stehen. Wir werfen uns nicht vor Jesus hin, wie dieser Mann – mit allem was wir haben. Wir sind auch nicht bereit alles, was diese Gebetserhörung mit sich bringt zu tragen. Das kann nämlich mehr sein. In meinem Fall bedeutete es nicht nur gesund sein und sich gut fühlen, sondern auch wieder zu arbeiten, Verantwortung übernehmen, Bereitschaft und Einsatz zeigen usw.

Als ich merkte, dass ich es war, der nicht zu 100% wollte, wurde mir klar, das Jesus es dann auch nicht machen würde. Jesus hat nicht die Kontrolle, wenn Gebet ich-zentriert ist, denn wir halten etwas zurück oder fokussieren uns nicht auf Gott sondern auf Umstände. Gebetserhörungen dienen nicht nur unserem eigenen Wohlgefühl. Sie sind Zeugnisse und Türen, die uns wieder neue Möglichkeiten verschaffen – z.B. wieder zu Arbeiten gehen, zu dienen oder für andere da zu sein. Jesus machte mir das bewusst. Ich betete wieder und es dauerte keinen Tag bis es mir besser ging. Heute bin ich gesund, musste kein Antibiotika nehmen und werde ganz normal arbeiten können.

Die Frage ist also: Wollen wir wirklich? Der Aussätzige wollte gesund sein und war für alles bereit. Seine Heilung brachte mehr mit sich als er sicherlich gedacht hatte. Er musste zu den Priestern, das ganze Prozedere, Opfer bringen etc. Und was passiert? Seine Heilung ist mehr als nur einWohlgefühl. In Vers 15 lesen wir von Scharen von Menschen, die dadurch zu Jesus kamen. Alles zu Gottes Ehre! Ich habe gemerkt, dass meine Bitte vor Gott ernsthaft sein sollte – ohne Vorbehalte, ohne Zweifel, ohne nur mich selbst zu sehen. Vielleicht mag das für uns herausfordernd sein, aber ich bin davon überzeugt: Jesus will in unserem Leben wirken und er tut es, wenn wir es auch bedingungslos wollen!

Quelle: faithbook

Daniel Muñoz Cano

19.02.2015 18.00h

Kommentar schreiben

Kommentare: 0