Salz der Erde

Tatsächlich fällt mir dazu immer diese Geschichte ein:

Ein König hatte drei Töchter. Er wusste nicht, welcher er sein Land einmal vererben sollte und so stellte er ihnen die Aufgabe ihm etwas zu schenken, was verdeutlichte, wie wichtig er ihnen war.
Die erste Tochter brachte eine Kiste mit edlem Geschmeide und sagte: Vater, so schön wie diese Geschmeide funkeln, und wie wertvoll sie sind, so wichtig bist du mir.

Das erfreute den König und er ließ die zweite Tochter kommen. Sie hatte einen Mantel mit funkelnden Juwelen anfertigen lassen und sagte: Vater, so kostbar wie dieser Mantel ist, so sehr liebe ich dich.

Auch das gefiel dem König sehr gut und er ließ die dritte Tochter eintreten. Sie hatte nur ein kleines Töpfchen dabei, in dem sich Salz befand. "Ohne Salz schmeckt mir meine Suppe nicht, und so wichtig bist du mir."

Empört über dieser Aussage verbannte er seine Tochter und mit ihr alles Salz aus seinem Land.

Schon bald erkannte er aber die Wichtigkeit dieses Minerals, denn alle Speisen, die aufgetragen wurden mundeten dem König nicht mehr, und so fing er bitterlich an zu weinen und schmeckte das Salz in seinen Tränen. Nun bereute er seine Tat und ließ seine Tochter wieder zurückholen.

Frere Alois aus Taize verband damit allerdings den Vers aus Matthäus 5,13: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen?

Und das ist, was er dazu in seinem Brief an die Gemeinde 2015 zum Thema Solidarität veröffentlichte:


Es ist uns von Gott gegeben, Salz der Erde zu sein; nehmen wir diese Gabe mit Freude an. Wo wir Salz der Erde sind, können andere einen Geschmack am Leben finden. Unser eigenes Leben bekommt einen Sinn, wenn durch uns das Leben derer, die uns anvertraut sind, schön wird.


Wenn wir uns angesichts von unzähligen Hindernissen fragen: "Wozu mühen wir uns eigentlich noch ab?", sollten wir daran denken, dass eine kleine Menge Salz genügt, um allem Geschmack zu verleihen.


Durch das Gebet lernen wir, uns selbst mit dem Blick Gottes zu sehen; Gott sieht unsere Gaben und Fähigkeiten.


Um den Geschmack des Salzes nicht zu verlieren, müssen wir uns mit Leib und Seele einsetzen und auf die Gaben Gotes in uns vertrauen.


  • Überlegen wir, was uns selbst und anderen hilft, zu wachsen und uns zu entfalten.

Besonders spannend fand ich die Tatsache, dass es uns besser geht, wenn es unserem anvertrautem Umfeld besser geht..denn es ist so. Viele verleugnen das ja, aber es ist nun mal so. Schlicht und ergreifend und zwar tatsächlich schlicht und ergreifend. Ich finds immer wieder spannend darauf hingewiesen zu werden, wie viel (oder wenig) man für seine Freunde tut und es einem dadurch besser, oder eben schlechter geht. Wie wichtig es ist sich um sein Umfeld aktiv zu kümmern und wie einem seine eigenen Gaben dabei helfen..find ich ziemlich nice. So ein Gabentest ist das recht hilfreich, aber auch einfache Reflexionsbögen, sowohl Eigen- als auch Fremdreflexion. Die sind sowieso ziemlich spanndend.

Und auch wenn man keinen Bock mehr hat so viele Dinge gleichzeitig zu tun und sich dauernd zu kümmern, sollte man nicht gänzlich mit allem aufhören, sondern lieber kleine sinnvolle Dinge tun, die das Zusammensein trotzdem 'würzen'.

Ich liebe es..Menschen..und alles^^

Zudem hab ich neulich einen kleinen Input zu diesem Vers geschrieben:


„Ihr seid das Salz der Erde.“


Das hört sich jetzt erstmal nicht so wichtig an, aber wenn man in kein Essen Salz gibt schmeckt alles irgendwie gleich..alles schmeckt fad und langweilig. Aber Salz peppt jedes Essen auf, man schmeckt ob wo Salz drinnen ist, oder nicht (im Normalfall). Und Salz wirkt auch wie ein Geschmacksverstärker, sodass nicht einfach alles salzig schmeckt, sondern der Eigengeschmack des jeweiligen Gerichts nochmal besser zur Geltung kommt..also im Endeffekt schmeckt mit Salz alles besser.


Und was ist Salz damit? Ein Unterschied. Es macht einen Unterschied, ob Salz dabei ist, oder nicht. Und ich denke genau das möchte dieser Vers uns sagen. Wir können ein Unterschied auf dieser, sozusagen, ungesalzenen Welt sein.
Aber schmeckt mit uns die Welt besser? Sind wir Salz, oder sind wir eher auch ein Löffel voller ungewürzter Suppe? Wollen wir überhaupt zu Salz werden und wenn ja, wie machen wir das am besten?

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