Sich für Versöhnung einsetzen

Und nochmals die Worte von Frere Alois aus Taize, die mich bewegt haben:


"Wenn du deine Opfergaben zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder oder deine Schwester etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder oder deiner Schwester." (Mt 5,23-24)

Wir alle sehnen uns danach, dass die Menschheit wie eine einzige, große Familie zusammenlebt. Aber dies geht nicht von selbst, weder in einer Familie, unter Freunden, in einer Stadt oder einem Dorf noch zwischen Nachbarn.


Wenn die Christen sich versöhnen, werden sie zu einem Zeichen in einer Menschheit, die selbst nach Einheit sucht.


Es gibt bestimmte Situationen, in denen Versöhnung dringend notwendig ist. Um uns dafür einzusetzen, müssen wir die Ängste verstehen, die andere Menschen in ihren Vorurteilen gefangen halten. Wir müssen auch einsehen, dass andere vielleicht uns etwas vorzuwerfen haben.

Das Evangelium fordert uns auf, ererbte Unversöhnlichkeit nicht zu übertragen, weder an die Menschen um uns herum, noch an die kommende Generation.


  • Haben wir den Mut, Menschen zusammenzubringen, die unterschiedliche Ansichten vertreten und nicht den gleichen Lebensstil pflegen, die verschiedenen Religionen, Kulturen oder Gesellschaftsschichten angehören. Lernen wir einander kennen, laden wir uns gegenseitig ein. Wagen wir es, um Vergebung zu bitten und zu vergeben.

Das sind so Anforderungen, die ich mega schwer zu erfüllen finde. Ich bin auf so viele Menschen wütend und möchte ihnen nicht verzeihen, weil ich verletzte und ungerecht behandelt wurde..und dann plötzlich muss ich schluchzend bekennen: Vergebe mir meine Schuld, wie ich vergebe meinen Schuldigern. 

Vielleicht ist die Wut noch da, aber die Vergebung auch. Vergeben heißt nicht, dass man sofort wieder vertraut und jegliche Verletzung verheilt ist, aber es heißt dem anderen nicht mehr die Schuld zuzuweisen, sondern einfach den Ist-Zustand anzunehmen und den anderen wieder als gleichwertige Person wahrzunehmen.

Auch wenn ich schon allein daran denke, wie sich Christen oft in die Haare bekommen wegen der Fragen nach Gleichgeschlechtlicher Ehe, Erwachsenentaufe etc..dann gruselt es mich. Klar kann man darüber diskutieren und Meinungen austauschen und so und sicherlich darf man auch auf seiner Meinung beharren, aber deswegen den anderen auszugrenzen ist nicht richtig. Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob. Röm 15,7

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