Methoden

Wenn man mit Kindern, Jugendlichen oder auch Erwachsenengruppen arbeitet möchte man häufig nicht nur Spiele spielen, sondern auch vertiefend in Themen einsteigen, bestimmte Inhalte oder Gefühle vermitteln.

Damit das in einem vertrauensvollen Rahmen passieren kann, braucht es eine gute Gruppendynamik, aber auch didaktische Vorbereitung.

In diesem Abschnitt soll es vor allem um den didaktischen Aspekt gehen, was es alles für Möglichkeiten gibt. Es sei nochmal angemerkt, dass nicht jede Methode zu jedem Inhalt oder zu jeder Gruppe passt. Aus diesem Grund werden hier auch keine Altersempfehlungen gegeben: Mal hat man eine Jungschar mit nur 3 Teilnehmern, die jeweils in der zweiten Klasse sind, aber kreativ sind wie 4. Klässler, oder Konfis, die sehr unmotiviert sind und auf einem Niveau deutlich unter ihrem Alter agieren. In gemischten Altersgruppen können Ältere Jüngere mitziehen...aber manchmal passiert auch das Gegenteil. Haltet im Zweifelsfall Absprache mit eurer Gruppenleitung, oder eurem Hauptamtlichen/Pfarrer.

Außerdem ist es wichtig nicht einfach eine Methode zu wählen, um Zeit zu füllen, sondern sich zu überlegen, warum wähle ich gerade diese Methode? Was will ich mit ihr, wohin soll sie führen, also was ist das Ziel davon? Einfach nur um sich Gedanken gemacht zu haben kann ein Grund sein, alles was spezifischer ist, wird vermutlich länger im Gedächtnis behalten.

 


Bis jetzt habe ich hier nur Methoden zur Textarbeit gesammelt, es werden aber vermutlich noch weitere folgen  : )

Bildergalerie

 

Variante 1: In einem Raum wird zur Vertiefung eine Bildergalerie zum behandelten Thema hergerichtet. Jeder darf das Bild, was ihm am meisten anspricht mit nach Hause nehmen. Vorher wird über die Wahl gesprochen.

Variante 2: Die Kinder/Jugendlichen gestalten selbst eine Galerie. Dazu können Bilder ausgedruckt oder gestaltet werden, auf Karton geklebt, gerahmt, aufgehangen werden und eine gewisse Zeit im Raum verbleiben. Über die Werke wird gesprochen. Hier bieten sich angenehme Themen an und weniger Themen, die mit Tod und Verderben zu tun haben, da sich die Gestaltung eines Raumes auf die Stimmung darin auswirkt.

 

Brainstorming

 

Diese Methode eignet sich gut zum Einstieg. Ein Wort wird in die Mitte eines Plakats geschrieben und jeder kann etwas dazu notieren, oder diktieren. Am Schluss hat man einen Überblick, wie die Gesamtstimmung zum Begriff ist. 

 

Brief schreiben

 

Die Gruppe, oder Kleingruppen, oder jeder Einzelne, schreibt einen Brief. Die Ausrichtung des Briefs kann je nach Kleingruppe, oder je Thema unterschiedlich sein: Ein Bitt-Brief, ein Beschwerde-Brief, eine Danksagung, ein Antrag, eine Anklage, ...

 

Dafür und dagegen

 

Die Gruppe wird geteilt und mit gegensätzlichen Arbeitsaufträgen in zwei Räume, oder zwei Ecken des Raumes für eine festgelegte Zeit geschickt. Gruppe A erhält z.B. 'begründet X Entscheidung' und Gruppe B 'kritisiert X Entscheidung'.

 

Große Collage

 

Es werden mehrere Tapetenbahnen nebeneinander gelegt/geklebt und die ganze Gruppe (oder je nach Gruppengröße mehrere Kleingruppen) gestaltet eine Collage zusammen. Hier soll nicht nur jeder an seiner Ecke herumschustern, sondern sich zusammen ein Konzept zum Thema entworfen oder eine (Schlüssel-)Szene der Geschichte dargestellt werden. Jüngeren fällt das vielleicht schwer, hier kann man im Zweifelsfall auch etwas vorgeben. Ob man Wasserfarben, Fingerfarben, Spraydosen hernimmt, viel aufkleben möchte, muss vom Material, der Zeit, der Zeit zum Aufräumen, der Gruppe, der Gruppengröße und der eigenen Einschätzung abgeleitet werden. Prinzipiell gibt es tausende Möglichkeiten. Vielleicht sogar dreidimensional arbeiten, indem man Papier faltet und es gefaltet aufklebt?

 

Kreativ-Werkstatt

 

Den Teilnehmern wird ein Thema, oder Text zur Grundlage gegeben und dann wird wild drauf los gebastelt. Im Anschluss wird über die Werke geredet. Je nach Gruppe kann darüber diskutiert werden und Rückfragen gestellt werden, oder auch nur eine Vorstellungsrunde ohne Kommentare angestrebt werden.

Als Material dienen die unterschiedlichsten Materialien, alles was in der Bastelecke gefunden wird kann genutzt werden: Papiere, Drähte, Stoffe, Wasserfarben, Stofffarben, Wachsmalstife, Pappe, Holz, Werkzeug, Glitzer, Knöpfe, Fingermalfarben,... wer es nicht ganz so eskalieren lassen möchte, den vielleicht Jüngeren die Entscheidung abnehmen will, oder einfach nicht so viel Material oder auch Zeit (und Zeit zum Aufräumen) hat, sollte natürlich weniger nehmen und sich eventuell nur auf einen Materialpool einigen.

Hier geht es meist nur in zweiter Linie um das Thema und die künstlerische Auseinandersetzung damit steht im Mittelpunkt. Gut, wenn man ein Thema anschneiden möchte, vorbereiten möchte, oder gerade einfach keinen harten Tobak servieren will.

 

 

 Kreis-Gespräch

 

Jeder Teilnehmer erhält einen Zettel und einen Stift, und notiert eine Frage zum Thema. Anschließend werden die Zettel alle um einen Platz nach rechts verrückt und die Person, vor der der Zettel nun liegt, versucht die Frage zu beantworten. Nach kurzer Zeit gehen die Zettel wieder weiter und die schon gegebenen Antworten können kommentiert, bejaht, kritisiert werden, oder auch einfach bei der eigenen Beantwortung außen vorgelassen werden. Je nach Gruppengröße beantwortet jeder alle Fragen.

 

Tagesschau

 

Zum Thema wird eine komplette Nachrichtensendung entwickelt, die auch aufgenommen werden kann, evtl. sogar geschnitten, um die Szenenwechsel schöner zu gestalten. Es gibt verschieden Gruppen, die folgendes vorbereiten können: Berichte, die vor gelesen werden, Sport, Wetterbericht, Live-Interviews, Expertenbefragung, oder andere Gäste, ...

 

Stille Diskussion

 

Pro Plakat wird eine Aussage, oder ein Begriff geschrieben. In einer bestimmten Zeit können jetzt alle etwas dazuschreiben und zu dem dazu geschriebenen auch noch kommentieren. So können stille Gespräche und Diskussionen entstehen.

 

Werbung

 

Die Teilnehmer können eine Radiowerbung aufnehmen, einen Sketch drehen, oder vorführen, ein Plakat anfertigen, einen Sticker entwerfen, ...

 

 Zeitung

 

Zum Thema wird eine Zeitung gestaltet, die verschiedene verschiedene Textsorten enthält: Werbung, Interview, Tagesgeschehen, ... vielleicht auch eine Todesanzeige? Je nach Gruppengröße werden von den jeweiligen Bereichen mehrere verschiedene Artikel geschrieben immer in kleinen Gruppen. Am Ende darf sich jeder ein kopiertes Exemplar mitnehmen. Man kann mehrere Laptops verwenden, um die Zeitung noch echter zu machen, oder mit Älteren auch wirklich Bearbeitungsprogramme.
Alternativ kann man anstatt verschiedener Textsorten auch verschiedene Zeitungen nehmen: BILD, Süddeutsche, Regionale Zeitung, Klatschmagazin, Gartenratgeber, ...