Traumschlösser

Ich denke viel und manchmal sogar gerne.

In den letzten Jahren nicht mehr so gerne, wie ich das früher gemacht habe.

Das ganze Gedenke wurde lästig, ich hab viel verkopft.

Früher hat es mir Spaß gemacht Leute zu verstehen und hinter Fassaden zu schauen, aber mittlerweile schau ich hinter meine eigene Fassade, die sich auch vor mir selbst aufbaut und das ist doch anstrengend, wenn man häufig damit beschäftigt ist sich selbst zu dekonstruieren.

Außerdem hab ich viele schlaue Worte dafür gelernt wie reflektieren und analysieren zu gebrauchen. Früher war es einfach nachdenken über mich und andere und was wir so denken und machen und warum. Da war es auch noch ein bisschen einfacher.

Aber was ich schon immer gerne gemacht habe und heute noch lieber mag und auch noch häufiger mache ist träumen:

Früher hab ich viel über Beziehungen tag geträumt. Wie das wohl wäre mit dem oder dem zusammen zu sein, oder wie ein Gespräch mit der Person wohl aussähe und habe tausende Dialoge in meinem kleinen Köpfchen herangezüchtet, die ich nie geführt habe.

Gerade denke ich aber ganz viel über schöne Sachen nach: Ans Meer fahren, Zimmer dekorieren, malen üben und können, ganz viel gute Musik hören, viel lesen und verreisen und einen hübschen Kleidungsstil finden, der zu mir passt.

Und ich hab glücklicherweise nicht die Absicht das alles zu machen, weil das wäre viel zu viel und würde mich überfordern, wollte ich das wirklich tun. Ich wäre super unzufrieden, weil ich all das was Pinterest, tumbrl und instagram mir vorschlagen zu tun und zeigen, was andere für wundervolle Leben haben, nicht erfüllen könnte.

Und ich will das auch gar nicht. Ich verbringe Stunden damit vor diesen Bildersammlungen zu sitzen und sie einfach schön zu finden und bei manchen blutet mein Herz, weil sie so unfassbar wundervoll sind. Die Berge, ein Pullover, eine Teetasse und Bücher. Ein bisschen Farn und das Meer und schöne Menschen, die zusammen Spaß haben. Manchmal trifft mich die Ästhetik und Schönheit der Momente und Sachen und Leute einfach, aber es ist auch schön. Also sogar hauptsächlich schön. Ich mag das ganze Zeug anzuschauen und mich daran zu erfreuen und bei einigen wenigen nehme ich mir vor sie auch mal zu haben oder zu erleben, oder vielleicht noch ein bisschen mehr zu suchen. Aber ich weine dem perfekten Leben äußerst selten nach.

Ich bin gerne in meinen Traumschlössern, wo ich am Meer und den Bergen gleichzeitig sein kann, in einem Campingbus und im Zelt gleichzeitig und auch im Bett mit den vielen schönen Büchern und der sanften Musik, die perfekt zur Stimmung und dem Tee passt, wenn die Sonne scheint und man draußen ist und drinnen mit Freunden vorm Kamin sitzt und es regnet. Mir geht es dann gut, mich in diesen Träumen wieder zu finden, aber das sind Träume.

Ich habe auch einige Ziele und Lebenswünsche, aber das sind andere Kapitel. Die Träume dürfen genau das sein und müssen mich nicht anspornen oder motivieren, sondern können einfach so da sein.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0